Über 90 Jahre Experimentalfunk in Wismar

Flettnermodell im Laboratorium Baumweg

Funktionsmodelle von Flettnerrotoren gehörte in den zwanziger Jahren im Praktikum angehender Ingenieure zum Standard. Ein solches Modell befand sich auch im Maschinentechnischen Labor des Laboratoriums der Ingenieurakademie.

Im Zusammenhang mit den Prozessen von Dr. Ing. Kurt Heinrich findet es mehrfach Erwähnung. Bevor es damit weitergeht, ein paar Bemerkungen vorweg.

Flettner Rotor

Zur kurzen Einstimmung - wir schreiben das Jahr 1925: https://www.dithmarschen-wiki.de/Flettner_Rotorschiff_in_Brunsb%C3%BCttelkoog-1925

Der eine oder andere wird sich vielleicht erinnern, als Dipl.-Ing. Reiner Höhndorf 2003  auf dem Schweriner See mit einem alten Holzkutter Versuche mit Flettner-Rotoren fuhr.

Er wollte für die Reaktivierung des Flettner-Rotors zur (Wieder-)Nutzung auf großen Schiffen zur Energieeinsparung werben. Sein gesamtes Geld ging dabei drauf. Alle belächelten diesen "alten Mann" nur... 2007/2008 lag der Holzkutter im Bürgerpark am "Glaskasten", der damaligen Wismarer Ausstellungshalle des Technischen Landesmuseums. Doch das Museum zeigte kein Interesse an der Bewahrung der Geschichte einer so tollen Technologie, die Höhndorf hier in Schwerin vorantreiben wollte. Im aufgeständerten/aufgebockten Holzkutter sammelte sich das Regenwasser. Fäulnis und Frost taten das Übrige. Irgendwann wurde der Kutter entsorgt.

Damals belächelt, heute im Einsatz

Die Verkündung des ersten kommerziellen Großeinsatzes eines Flettner-Rotors auf der Ostsee im Mai 2020 (Fährschiff der Scandlines-Reederei) wäre nun eine späte Genugtuung für diesen Pionier der Energiewende Reiner Höhndorf gewesen. Leider ist er im Sommer 2015 im Alter von 88 Jahren verstorben.