Über 90 Jahre Experimentalfunk in Wismar

Elektrotechnisches Labor seit 1910

Am 3. Dezember 1910 wurde der Abteilung Elektrotechnik der 1908 gegründeten Ingenieur-Akademie das zuerst erstellte Labor im Laboratorium am Baumweg zur Nutzung übergeben, dem ersten Hochschulneubau Wismars überhaupt.

Quellenangabe zur Collage - links: Foto ET-Labor 1910 / Archiv Hansestadt Wismar, Crull-Sammlung 0570 und rechts: Freisteller aus historischer Ansichtskarte mit Laboratorium nach erster Bauphase von 1910 / Privatsammlung Karsten Witting, Wismar

Im nächsten Jahr (2020) ein guter Anlass für den heutigen Bereich Elektrotechnik & Informatik der Hochschule Wismar daran zu erinnern, dass mit der Eröffnung des "Elektrotechnik-Labors" von 1910 für die Hochschul-Elektrotechnik eine 110-jährige erfolgeiche laboratoriumstechnische Ausbildung in Wismar begann. (Laborkomplex Baumweg heute - Link zu Google Maps;  im nachfolgenden Ausschnitt gelb gestrichelt die Ausdehnung des historischen Laboratoriums zur Eröffnung 1910; roter Rahmen der Gesamtbereich des Laboratoriums nach zweiter Bauphase 1913)

Quelle: Google Maps, Laborkomplex Wismar, Grafik: Hansen

Die frühen Jahre...

Experimentalfunkstelle am Baumweg

Zu den allerersten Funksende(!)stationen Deutschlands gehörte die der Ingenieur-Akademie Wismar (1924). Im gleichen Jahr ließ Dr. Heinrich das ET-Labor extra dafür um einen kleinen Anbau erweitern. Über sein An-Institut wurde die Station betrieben und genutzt gleichermaßen für Lehre, Forschung und Amateurfunk.  (Die Drahtlose Telegrafie und Telephonie an der Akademie)

  

Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen

Es gab in den zwanziger Jahren eine enge Zusammenarbeit mit den Technischen Staatslehranstalten in Chemnitz (ab 1900 Königliche Gewerbeakademie, nach 1929 Staatliche Akademie für Technik, heutige TU Chemnitz). Der damalige Leiter der ET und Laborleiter  Dr.-Ing. Kurt Heinrich  arbeitete hier eng mit Prof. Bangert zusammen, der als Spezialist auf dem Gebiet der Fernmeldetechnik galt, der sich um die Entwicklung des Rundfunks verdient machte. Im Rahmen der Laborpraktika wurde zu HF-Ausbreitungsuntersuchungen u.a. Funkbetrieb zwischen Wismar und Cheminitz  praktiziert worden. (siehe Brief von Dr. Heinrich vom 14.09.1926) weitere Originaldokumente / Online-Ergänzungen

Qualitätsanforderungen an die laboratoriumstechnische Ausbildung

Erfahrungen aus jahrelanger industrieller Prüffeld- und nun Laborleitertätigkeit in einer Hochschuleinrichtung postulierte Dr.-Ing. Heinrich seine Anforderungen an die laboratoriumstechnische Ausbildung und veröffentlichte diese im Mai 1927 in der Fachpresse. Er bekam nicht nur Beifall dafür... (zum Artikelweitere Originaldokumente / Online-Ergänzungen

 Berliner Industriepartner Wismars

Es lassen sich enge Kontakte zu Berliner Großbetrieben belegen. AEG/Kabelwerk Oberspree, Siemens-Schuckertwerke GmbH (SSW), Siemens & Halske, Telefunken Gesellschaft für drahtlose Telegrafie m.b.H. und die Osram GmbH – sie ermöglichten Studenten und/oder Dozenten Exkursionen betriebliche Exkursionen, unterstützen mit Material und Gerät... und waren letztlich Abnehmer Wismarer Absolventen. In den zwanziger Jahren pflegte Dr. Kurt Heinrich die Kontakte, die ab Anfang der dreißiger durch Dipl.-Ing. Stein fortgeführt wurden. (Bsp. Brief DI Stein vom 17.09.1933) weitere Originaldokumente / Online-Ergänzungen

 

 Zur Historie der Hochschul-Elektrotechnik in Wismar