Über 90 Jahre Experimentalfunk in Wismar

 

 

Erinnerungen an verstorbene Weggefährten - meine Silent Key-Seite

Silent Key (sk) - die "ruhende Taste" als Inbegriff für das Ableben eines Funkfreundes. In einigen Fällen finden Sie hier auch auf Freunde oder Weggefährten aus meiner Historienarbeit oder beruflichen Tätigkeit, die jedoch nicht Funkamateur waren.

Ein berührender Contest ist der ungarische Silent Key Memorial Contest, in dem das Rufzeichen eines verstorbenen Funkfreundes als Kontrollnummer gesendet wird. Nach dem Wettkampf wird dieses Rufzeichen in eine "ewige" Erinnerungsliste fürs Internet übernommen.


 

 

Wolf Harranth / OE1WHC / 2021

 

 

Foto: R. Englert, DF2NU

 Prof. Wolf Harranth verstorben / ein Freund und professioneller Partner der Wismarer Historien

Alles, was hier ist, wäre nicht mehr, wäre es nicht hier. ( So war es an Wolf's Archivtür zu lesen )

Zwei Generationen der Menschen von heute besitzen ein unmittelbares Erinnerungsvermögen. Ab der dritten Generation verfügt die Menschheit nur noch über Erinnerungen an Erinnerungen. 

Die Fotos aus der Trauerhalle wurden mir von Rainer Englert DF2NU vom Radio DARC zur Verfügung gestellt. Danke!

Foto: Rainer Englert, DF2NU

 

 

Prof. Dr. phil. Dipl.-Ing. Matthias Schubert / † am 5. Juli 2021

 

 

   

Der Bauingenieur und Architekt   … , ist am 5. Juli 2021 im Alter von 93 Jahren verstorben.

Prof. Dr. phil. Dipl.-Ing. Matthias Schubert hat als Architekt nicht nur in seiner Heimatstadt Wismar viele Spuren hinterlassen, sondern vor allem in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock. Er ist einer der wenigen Architekten, die noch über den städtebaulichen Neuanfang nach dem Krieg berichten können.

...und der engagierte Historiker  (zum Lebenslauf)      Umfassend mehr...


 

 

Franz Berndt / DL9GFB / 2020

 

 

 

 

 

Ein großer Telegrafist und DXer, DXpeditionär (Auswahl s. QRZ.com)… und engagierter DVV in MVP! Man konnte sich seiner Hilfe und Unterstützung sicher sein!

unser erstes QSO 1976 - DM4SDA/DM3XVD

 

 

Bernd Kernbaum / DK3WX / 2018

 

 

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Mein Freund Bernd, DK3WX silent key

Mit tiefer Erschütterung musste ich zur Kenntnis nehmen, dass mein gleichaltriger Funkfreund aus den ersten Jahren, Freund wie auch alter Studienkollege Bernd Kernbaum DK3WX (ex DM3WVD) am 6. Juni 2018 von uns ging. Bernd dürfte vielen als leidenschaftlicher QRP'ler und "Vater" des legendären Netzwerktesters FA-NWT01 USB (bzw. HFMxxUSB) in Erinnerung sein. (oder auch hier im Vortrag von DL9GMH)

Im September 2017 hatten wir nach Jahrzehnten wieder ein persönliches Treffen und besprachen unseren Referenteneinsatz beim Distrikttreffen MV einen Monat später in Rostock. Da freuten wir uns noch auf die nächsten privaten Treffen in der Familie, so wie früher. Niemand von uns dachte je daran, dass es unser letztes Treffen bleiben sollte...

Mach's gut mein Freund! Da oben nun wieder mit Deiner lieben Karin vereint...

 

 


 

 

Dipl.-Ing. Reiner Höhndorf / 2015

 

 

Kein "leichter" Zeitgenosse und nicht direkt ein Freund von mir. ABER - er war jemand, der die Energiewende vorlebte, wie er sie predigte. Und in praktischer Umsetzung bewies, dass es funktioniert!

Maschinenbauer und Visionär (1927-2015)  - vom Elektromobil bis zum Flettner-Rotorschiff 2003

Reiner Höhndorf war ein anders und frei denkender Mensch für neue Energietechniken, Raumenergie, freie Energie. Er arbeitete praktisch bis zu seinem Ableben an verschiedenen Projekten zur umweltfreundlichen Nutzung von Energie und war für unzählige Leute Inspiration und Ideengeber, wenn auch in seinen sehr besonderen Lebensansichten gefangen. Geboren im Februar 1927 in Hannover, studierte er nach dem Kriegsdienst Maschinenbau Braunschweig. Als selbstständiger Fahrzeugingenieur arbeitete er in Hamburg und Stuttgart. Ende der neunziger Jahre wurde Schwerin sein Lebensmittelpunkt. So lernte ich Reiner Höhndorf 2001/2002 kennen. Er war Besitzer einer der ersten Elektroautos mit Straßenzulassung in Schwerin und gern gesehener Gast bei unserem Projekt Solarmobilrennen (seit 2001 Solarinitiative MV/Technisches Landesmuseum MV), denn Höhndorf und Kollegen konnten unsere kleinen Solarautobauer bereits vor fast 20 Jahren mit praktischer E-Mobilität begeistern. Zumal diese Fahrzeuge nach jedem Ampelrot gnadenlos jeden Spurt gewannen... Und Höhndorf, trotz seines Alters von 75 Jahren eine hünenhafte Erscheinung, schaffte damals schon mit seinem  E-Auto (das weiße, SN-RH 227) ohne Akku-Nachladung Schwerin-Wismar hin und zurück! Übrigens eine Fahrleistung, die von dem in der Größe vergleichbaren, aktuellen E-Auto von 2020(!), dem Citroen "Ami", auch gerade erst so erreicht wird!

   

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Günther Foss / DL2SWI ex Y23OA / 2015

 

 

Rundspruch-Nachruf (MVP 02/2015):

Im Alter von 77 Jahren verstarb Ende Januar in Wismar überraschend unser Funkfreund Günther Foss  (Funkname „Gun“), DL2SWI (ex Y23OA).

Mitte der achtziger Jahre fand Günther, damals bereits fast fünfzigjährig, als Whitesticker über die Clubstation der damaligen Technischen Hochschule Wismar - Y57ZA - zum Amateurfunk.

Sein großes Interesse und seine schnelle Auffassungsgabe ermöglichten in kürzester Zeit das Ablegen der Hörerprüfung.

Günther wurde unter Y57-06-A ein aktiver SWL, mit akribischer Logführung, mit SWL-Karten-Schreiben und QSL-Archivierung – alles noch „analog“ – ausgestattet nur mit einer einfachen Schreibmaschine und ergänzt durch eine rein mechanische Braillezeile! Seine Familie wurde von ihm „qualifiziert“, die ankommenden QSL’s  für ihn optimal erfassend vorzulesen. Er versah dann jede QSL mit der für ihn lesbaren Schrift und ab hier hatte er sein Archiv voll im Griff! Oft besser, als viele von uns Sehenden…

Selbst der Herausforderung Conteste zu loggen, stellte er sich. Die Abrechnungslogs fertigte er selbständig an, so dass unsere Kontrolle eigentlich nicht mehr nötig war. Später fand er Freude am gezielten Hören zum Diplomerwerb.

SWL gut und schön - doch Günther wollte mehr und so begann die Ausbildung zur Lizenzprüfung. Für  Günther war der Wunsch zur Sendelizenz folgerichtig, aber in der DDR war zu dieser Zeit der Weg zu einer letztlich hier nur denkbaren Einzel-(!)Lizenz sehr steinig!

Über intensiven Schriftverkehr wurden einzelne Partner bei den Entscheidungsträgern für diese Problematik sensibilisiert. Es gelang hier neue Sichtweisen zu platzieren. So wurde Günther’s Weg zur Lizenz beispielgebend für weitere om’s mit Handicap auch in anderen Bezirken der DDR.

Günther bewies immer großen Ehrgeiz und stellte hohe Ansprüche an sich selbst. Wahrscheinlich auch seinem Handicap geschuldet, konnte Günther unschlagbare Gedächtnisleistungen mobilisieren! Das half ihm beim Lernen für die theoretische Prüfung und sicher auch beim CW-Hören. Das Geben schien zur Hürde zu werden, denn bei sich verstärkender Nervosität versagte ihm die Taste die Umsetzung sauberer Zeichen.

Es gelang letztlich die Prüfungskommission zu überzeugen, die Lizenzprüfung in seiner gewohnten Umgebung, in seiner Wohnung, vorzunehmen. Und - es klappte, auch beim Geben! Am 8. Dezember 1987 hatte Günther die damalige „große KW-Lizenz“ geschafft. So wurde er unter Y23OA und ab 1991 dann als DL2SWI Funkamateuren aus nah und fern ein Begriff.

Viele om’s aus dem OV, aber auch aus dem Distrikt, kümmerten sich um seine Technik und Ausrüstung. Zwei seien hier besonders hervorgehoben: Adolf Rothenberger, DM2DHA, war als Technikpate von Anfang an dabei und Thomas Berger kümmerte sich bis zuletzt rührend um die ganze Computerproblematik.

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Hier weitere Schlaglichter aus Günthers Amateurfunkerleben:

1988 gehörte Günther zum Team von Y80IAW, der Sonderstation zu den Jubiläumsfeierlichkeiten „80 Jahre Ingenieurausbildung in Wismar“.

Im April 1990 war Günther einer der Gründungsmitglieder des Amateur Radio Clubs Wismar e.V.

Der ARC war als einer der ersten Vereine in Wismar für uns notwendig geworden, um den rechtsfreien Raum in der Wendezeit auszufüllen und Eigentum sowie Räumlichkeiten zu sichern.

Günther war Mitglied des IbFD, der Interessengemeinschaft blinder Funkamateure Deutschlands e.V. Die Freude am Diplomerwerb führte ihn 1992 folgerichtig zur DIG-Mitgliedschaft (DIG4986) und 1994 wurde er „Matrose“ bei der DSW, der Diplom Sammler Waterkant. 

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Günther hat uns gezeigt, zu welchen Leistungen man auch mit körperlichen Einschränkungen fähig sein kann. Sein dabei stets ruhiges, freundliches und optimistisches Wesen hat uns immer tief berührt.

Viele unserer Mitglieder, oft auch deren Familien eingeschlossen, haben durch Günther den Umgang mit Menschen mit Handicap erfahren und gelebt. So wurde uns wieder einmal mehr vorgeführt, wie gut gerade auch unser Hobby zur sozialen Integration geeignet ist sowie einer Vereinsamung im Alter und im Krankheitsfalle entgegenwirken kann! Erfahrungen, für die wir sehr dankbar sind.

Er war uns ein Funk-Freund im wahrsten Sinne des Wortes.

Der Wismarer Ortsverband wird sein Andenken ehrend bewahren.

Uwe Hansen

DL2SWR, ex Y57ZA


 

 

Hans Göhling / von DM3KLA bis Y22VA / 1991

 

 

60-jährige Jubiläum zur Erinnerung an den Amateurfunk-Neubeginn 1958 in Wismar

Uns Chronikinitiatoren Adolf (DM2DHA), Peter (DL2SVA) und mir, Uwe (DL2SWR) als Weggefährten und Freunde von Hans Göhling war und ist diese Erinnerung ein Bedürfnis! Hans Göhling hat 1958 nicht nur den Neubeginn des Amateurfunks in Wismar eingeleitet, sondern war als erster lizenzierter Funkamateur der Hansestadt und Berufsschullehrer vielen ein engagiertes Vorbild.

Die Laudatio zu diesem Jubiläum übernimmt der Sohn Frank Göhling in der CQ-DL Heft Oktober/ 2018. Doch lesen Sie selbst: "Mein Vater war Baujahr 1926, geboren in Oranienburg bei Berlin und hier in Wismar Fachlehrer für Elektrotechnik..."

Zu umfassenden Informationen zu Hans und der Klubstation geht es hier und damit zurück zur Chronik von DM3KLA / DM3LA 

NACHBEMERKUNG: Sohn Frank ist mit dem Jubiläum seines Vaters 2018 zum Amateurfunk zurückgekehrt und setzt damit die Familientradition fort! Das zunächst unter dem Rufzeichen DO7AX...  mehr...

Hans auf der Silent Key Memorial Website

 

 

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